Naturbrut - Kunstbrut

Was  ist besser? Die Meinungen  gehen bei diesem Thema stark auseinander. Natur ist natürlich immer das Beste, genial und unschlagbar, man denke nur an Marans-Eier, die schon ein paar Monate aufbewahrt worden sind. Eine Henne schafft es, diese Eier auszubrüten, der Brutapparat nicht. Auch Unsitten wie Federpicken oder Kannibalismus kommen bei Küken, die von einer Glucke (Mama-Henne) geführt werden, nicht vor, weil die Henne die Kleinen den ganzen Tag über beschäftigt.
Manchmal kann Kunstbrut jedoch sehr hilfreich sein. Beispielsweise dann, wenn man gar keine bis wenige brutlustige Hennen hat oder eine größere Anzahl Hennen braucht, um eine schöne Legegruppe zusammenzubekommen oder wenn man eine größere Anzahl Bruteier besorgt hat, die nicht alle unter der Henne Platz finden. In diesem Fall kann man der Henne einen Teil unterlegen und den anderen Teil zeitgleich in den Brutapparat geben. Nach ein oder zwei Wochen ist es sinnvoll, die Eier zu durchleuchten, um „unbefruchtete“ auszusortieren. Möglicherweise haben jetzt alle Eier unter der Henne Platz. Wenn nicht, können die Küken nach dem Schlupf der Henne untergeschoben werden.
Bei den Glucken (Mama-Hennen) gibt es die „sorgsamen“ und die „sportlichen“. Die ersten können ruhig unbeschränkt herumlaufen. Sie werden in der Regel mit den Kleinen in der Nähe des Nestes und des Futters bleiben. Die zweiten überfordern ihren Nachwuchs unter Umständen, was ein Unwohlbefinden, zu wenig Möglichkeit für die Nahrungsaufnahme, zu viel Bewegung bewirkt. Um dies zu vermeiden, ist es ratsam, der Glucke mit ihren Kleinen ein beschränktes Platzangebot zu bieten, beispielsweise 3 m² eingezäunte Fläche mit kleiner Unterkunft, Sandbad, Futter und Wasser. Dies bewirkt ein besseres Gedeihen der Küken.

 

Praktisches rund um Hühner
Aufgepasst: Die rote Vogelmilbe - ein gefährlicher Parasit

Irgendwann taucht sie auf. Beim einen früher, beim anderen später: Die rote Vogelmilbe, ein blutsaugender Ektoparasit, übertragen durch Vögel, die immer wieder auch im Hühnerfuttertrog nach Nahrung suchen oder duch zugekauftes Geflügel.

Bei den meisten löst die Vogelmilbe Panik aus, weil sie sich schnell vermehrt und Hühner innerhalb weniger Tage oder Wochen töten kann.
 
Wann schlägt die Milbe zu?

Tags über verkriecht sie sich in Ritzen, Nachts kommt sie über die Sitzstangen auf die Hühner.
 
Wie weiß ich, dass sie schon in meinem Stall ist?

Am Abend, wenn die Hühner auf den Sitzstangen sitzen, beleuchtet man diese mit der Taschenlampe und sucht sie ganz genau auf winzige kriechende Parasiten ab. Diese können hellgelb oder bereits knallrot sein. Sieht man auch nur wenige, besteht sofort Handlungsbedarf.
 
Was kann ich tun?

Vorbeugung ist die beste Medizin: Wir verwenden ein natürliches Mittel, das Kiselgur (Diatomeenerde). Es wirkt gegen alle möglichen Milbenarten, konsequent eingesetzt auch gegen die Rote Vogelmilbe. Am besten in eine leere, ausgewaschene Ketchupflasche füllen und mit dieser 1 x pro Woche (nach dem Kotbrettputzen) auf die Sitzstangenhalterungen, die Sitzstangen, alle Ritzen in der Umgebung der Sitzstangen und das Kotbrett, falls vorhanden, pulvern. Statt normalm Stallkalk am besten das Kiselgur auch grob über die Einstreu und in die Legenester pulvern.

Ein Sandbad (siehe Foto), das recht staubig sein soll, ist auch ganz wichtig: Sand, Kiselgur + Holz- oder Papierasche, wenn die Möglichkeit besteht.
 
Was tun bei leichtem Befall?

Das gleiche wie bei der Vorbeugung. Das feine Pulver zerstört den Panzer der Tiere, sie trocknen aus und sterben.
 
Was tun bei schlimmem Befall?

Die Hühner sehen matt und schläfrig aus, legen kaum oder gar nicht mehr. Am besten ist es (falls man einen zweiten Stall besitzt), die Tiere tags über (da sitzen die Parasiten normalerweise nicht auf den Tieren drauf) in einen anderen Stall umzusiedeln (der auch schon mit Kiselgur präpariert ist) und den Hauptstall ganz gründlich auszumisten, Sitzstangen, Kotbrett und Nester, so weit dies möglich ist, zu entfernen und abzuputzen (meist sieht man an ihnen die Vogelmilbenansammlungen) und alles mit Kiselgur gut einzustäuben. Stroh und Heu mögen Vogelmilben auch recht gerne zum Verkriechen, deshalb empfiehlt sich Sand als Einstreu oder Sägespäne (Kiselgur kann gleich dazugemischt werden, auch Holz- oder Papierasche ist geeignet). Auch ins Nest gibt man am besten Sägespäne mit Kiselgur.
 
Reicht eine einmalige ordentliche Anwendung mit Kiselgur?

Nein, man muss immer wieder Kiselgur ausbringen, da die Vogelmilben auch Eier legen und aus diesen wieder Milben schlüpfen. Bei warmem und feuchtem Wetter vermehrt sich die Rote Vogelmilbe übrigens am besten, bei Temperaturen unter 10°C nicht mehr (so stark).
 
Wo kann ich Kiselgur kaufen?

In einem Argrarmarkt in der Region, im Internet, in Kürze auch bei uns.
 
Welche Mittel gibt es noch gegen die Rote Vogelmilbe?

Viele. Ich zähle hier noch ein paar natürliche auf und rate, von den "chemischen Waffen" der Gesundheit von Mensch und Tier den Rücken zu kehren. Was noch empfehlenswert ist: Holundersträucher im Hühnerhof, denn dieser Strauch enthält in seinen Wurzeln ein ätherisches Öl, das die Parasiten nicht mögen und Hühner baden gerne in der aufgewühlten Erde unter dem Strauch und nehmen so den Geruch der Öle auf; trockene Nussbaumblätter unter den Sitzstangen (die Parasiten verabscheuen auch diesen Geruch); Rapsöl in den Sitzstangenhalterungen und auf die Sitzstangen gestrichen (am besten mit einem Schwämmchen).

Was mache ich, wenn meine Hühner schon sehr mitgenommen aussehen?

Einfach gutes und abwechslungsreiches Futter reichen. Eine Vitamin- und Nährstoffbombe wäre zum Beispiel: Ganze gekochte Eier + Brennesseln + etwas Hafer oder anderes Getreide + Wasser in den Smoothimixer geben und durchmixen oder anders zerkleinern und den Hühnern vorsetzen. Fallobst und Beeren, Gartenabfälle enthalten auch viele Vitamine und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe.

Also gleich mal kontrollieren und schnell handeln! Keine Panik, die Viecher kriegt man wieder los!

 


Die rote Vogelmilbe schlägt zu!

Wir haben von manchen Hühnerhaltern gehört, dass sie regelmäßig Kiselgur anwenden, die Vogelmilbe aber nicht los werden. Die kleinen Viecherl würden sogar über die bestäubten Stellen drüberspazieren.

Es gibt verschiedene Feinheitsgrade beim Kiselgur. Meist ist das teurere auch das wirksamere, da es ganz fein gemalen ist. Nicht immer ist dieses wirkungsvolle Kiselgur in Agrarmärkten zu finden (dort erhält man oftmals das nicht so fein gepulverte) und dann kommt es oft zum Leidwesen der Gesundheit vor, dass mancher zu Gift greift. Wir verwenden (ich mache ungern Werbung für bestimmte Firmen - aber es ist das beste, das uns je untergekommen ist) InsectoSec (Kiselgur, Diatomennerde), das man über's Internet bestellen kann und haben mittlerweile auch ein paar Säcke zu Hause gelagert, falls jemand Kiselgur über uns beziehen möchte möchte. Nicht gerade billig, aber dafür sofort wirksam.

Weiters kann man dem Futter auch Kräuter zusetzen, so beispielsweise Oregano oder Knoblauch, die den Geruch der Tiere innerhalb mehrerer Wochen verändern und die Tiere somit unattraktiv für Parasiten jeglicher Art machen.

Wir wünschen viel Erfolg beim Loswerden der Vogelmilbe!
 
Hühner entwurmen

Alle Hühner sind grundsätzlich mehr oder weniger von Würmern im Körper betroffen. Dies ist ganz natürlich und gehört einfach dazu. Es sollten nur nicht zu viele werden, man kann da gut und natürlich vorbeugen. Ein Allroundmittel ist beispielsweise Knoblauch. Man kann Knoblauch klein hacken und zum Futter mischen oder getrockneten, gepulverten Knoblauch hinzufügen (immer nur kleine Mengen), oder, wie uns eine leidenschaftliche Hühnerhalterin erzählt hat, Knoblauch geschnitten zwei Tage lang in Essig einlegen, abseihen und den Hühnern vom Sud ein paar Wochen jeden Tag jeweils einen Esslöffel pro Liter Trinkwasser reichen.

Man braucht nur kleine Mengen Knoblauch nehmen und die Kur auf drei oder vier Wochen beschränken, dann ist der Wurmbestand normalerweise stark minimiert. Die Würmer werden immer wieder kommen, auch nach chemischer Bekämpfung, deshalb kann man diese Kur auch ein paar mal im Jahr durchführen, wenn man den Eindruck hat, dass es den Hühnern gut tut. Sinnvoll ist, um ein wurmfeindliches Milieu im Huhn entstehen zu lassen, den Hühnern auch so hin und wieder zerdrückte Knoblauchzehen zukommen zu lassen.

Wie merkt man, dass die Hühner Würmer haben? Sieht man Würmer im Kot, ist der Wurmbefall bereits sehr stark, so weit sollte es gar nicht kommen. Zu den sonstigen Anzeichen gehören Kammblässe, eventuell Durchfall oder Kot an den Federn rund um die Kloake, verringerte Legeleistung, Gewichtsvelust oder Appetitlosigkeit, struppiges, stumpfes Gefieder.

 

Vorsicht Federlings-Zeit!

Was sind Federlinge? Es sind kleine Läuse, so genannte Federläuse. Die gehören zu den häufigsten Hühnerparasiten und lassen sich mit bloßem Auge erkennen. Am besten nimmt man eine Henne, schiebt die Federn im Bereich der Kloake weg und begutachtet die Haut und die Federkiele. Laufen kleine beige/braune Parasiten herum, handelt es sich um diese Läuse. Sind an den Federkielen bereits hellgraue Kügelchen/Klumpfen, handelt es sich hierbei um die bereits abgelegten Eier der Läuse. Man spricht hierbei von "Nissen".

Warum ist jetzt Federlings-Zeit? Im Herbst/Winter ist es draußen oft nass und die Sandbäder sind fest und unattraktiv geworden. Den Hühnern fehlt der feine Staub, der Läusen und Milben zum Verhängnis wird. Wer ein Sandbad im Stall oder unter Dach hat, kann ruhig fleißig Asche und/oder Kieselgur dazumischen, sodass es schön staubt, wenn sich die Hennen darin "baden". Nun haben wir aber beobachtet, dass viele Hühner in der kalten Jahreszeit gar nicht so gern Sandbaden, auch wenn sie die Möglichkeit haben.

Wie bekommt man diese Plagegeister wieder los?
Keine Angst, keine Chemie! Ein bisschen Zeit und die richtigen Mittel aus der Natur genügen.
1. Methode: Mit Kieselgur. Man nimmt die befallene Henne, stäubt ordentlich Kieselgur auf das Hinterteil (am besten mit Kieselgur aus der Ketchupflasche - Beschreibung ist in einem der letzten Newsletters) und wiederholt den Vorgang eine Woche später. Nach insgesamt drei Behandlungen müsste das Problem behoben sein. Von Nissen stark befallene Federn kann man auch vorsichtig mit einer Nagelschere herunterschneiden oder auszupfen.
2. Methode: Mit Neemöl. Man rührt ca. einen Esslöffel Neemöl (erhältlich in der Apotheke oder im Internet) zwei Minuten lang in ein wenig lauwarme Milch (die Milch dient als Emulgator) ein, fügt noch ca. 1/8 Liter lauwarmes Wasser hinzu und zieht Wegwerfhandschuhe an. Die befallene Henne wird an den betroffenen Stellen mit dieser Flüssigkeit befeuchtet. Innerhalb von 10 Tagen wird die Henne insgesamt 4 mal behandelt. Das heißt, alle drei Tage findet die Behandlung statt.

Ist nur eine Henne befallen, raten wir, auch die anderen Hennen prophylaktisch ein mal zu behandeln, damit es gar nicht erst zu einem Befall kommt. Sind Federläuse vorhanden, ist es auch sinnvoll, den Stall auszumisten und mit Kieselgur einzustäuben, damit die Plagegeister keine Chance haben, zu überleben.


Naturbrut im Herbst/Winter?

Was tun? Eine Henne will unbedingt brüten und lässt sich nicht davon abbringen, aber wir sind bereits in der kalten Jahreszeit angekommen. Was tun? Es gibt die biden Möglichkeiten, ihr doch noch einmal Eier unterzuschieben oder sie zu entglucken. Was ist richtig, was ist falsch? Die Frage ist falsch gestellt, denn immerhin hat die Natur hier bereits eine Entscheidung getroffen. Es geht wohl eher darum, jetzt die passende Lösung zu finden.

Wer gerne möchte, kann ruhig ein paar Eier unterschieben, die Geschlüpften werden auf jeden Fall robuste Küken, wenn nicht gerade ein Schwaches dabei ist, und wenn es sich um eine gute Mutter-Henne (z.B. Seidenhenne) handelt, werden die Küken nicht zu früh von der Glucke verlassen und brauchen somit auch keine Wärmelampe. Zu Bedenken ist nur der Aufwand im Winter ... man muss regelmäßig warmes Trinkwasser nach draußen bringen, weil es leicht gefriert, außer man gibt die Glucke mit den Küken in einen Raum, in dem es nie kälter als 1°C wird. Auch die Futterschale mit niedrigem Rand oder der Futterteller ist in den ersten Tagen/Wochen öfter nachzufüllen. Außer man verwendet einen Kükenfuttertrog. Gut ist, wenn die Henne mit ihren Küken separat gehalten wid, da die anderen Hennen sich sonst gerne am Kükenfutter laben und nichts übriglassen.

Wie funktioniert das Entglucken, wenn man nicht mehr brüten lassen möchte?
Ideal ist, wenn man die Henne gleich am Anfang ihrer Brutwilligkeit erwischt, dann ist sie nach spätestens drei Tagen sicher entgluckt. Ist die Henne schon ein paar Wochen brütig, kann das Entglucken unter Umständen auch eine Woche dauern. Beim Entglucken setzt man einen größeren Käfig in das Gehege, gibt gutes Futter und frisches Wasser hinein und setzt die Henne dazu.

Es geht darum, dass die Körpertemperatur der Henne wieder gesenkt wird, in dem man ihr das Treiben der anderen Hennen vor Augen hält, sie mit gutem Futter lockt, aufzustehen und sie kein Nest hat, das sie zum Brüten verlockt. Zu Beginnn gibt die Henne noch gluckende Geräusche von sich und geht ein wenig nervös im Käfig auf und ab. Dies zeigt an, dass sie gerne brüten möchte und nach einer Gelegenheit sucht. Nach ein paar Tagen geht und steht sie im Käfig ohne Gluckgeräusche. Sie frisst, tinkt und legt vielleicht schon wieder ein Ei. Dann kann man sie zu den anderen Hennen gesellen und den Käfig wieder wegräumen. Normalerweise hat sich dann das Thema des Brütens vor dem Frühling erledigt.

Außer es handelt sich um eine sehr brutfreudige Rasse. Eine Henne einer solchen Rasse wird in einigen Wochen wohl wieder versuchen, zu brüten, lässt sich aber normalerweise wieder auf dieselbe Weise entglucken.